Im Zusammenspiel von Material und Form
Seit mehr als sechs Jahrzehnten entstehen in meiner Werkstatt Schmuck und Silbergerät – geprägt von den Eigenschaften der Materialien und der Suche nach der passenden Form.
Gertrud Schamschula
Geboren 1942 in Glauberg, Hessen.

„Prägend waren für sie die vielen Besuche in der Werkstatt der Keramiker Beate Kuhn und Karl Scheid. Die Faszination für eine Lebensweise, die Arbeit und Leben miteinander verbindet, ließ in ihr den Entschluss reifen, einen Beruf im Kunsthandwerk zu wählen. Durch ihre Mitarbeit in der Keramikwerkstatt wurde ihr jedoch klar, dass der weiche Ton nicht das Material war, in dem sie ihre Ideen verwirklichen wollte. Sie fühlte sich stärker von der Härte und den widerstrebenden Eigenschaften des Metalls angezogen.“ Dr. Sabine Runde


1959–1964
Ausbildung und erste Werkstätten
Ausbildung zur Silberschmiedin an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau.
1962 folgte ein Praktikum bei dem Silberschmied Max Zehrer in Würzburg, anschließend
die Mitarbeit in der Silberschmiede für Kirchengerät Schwerdt-Förster in Aachen.
„1964, in der gemeinsamen Werkstatt, begann die fast symbiotische Zusammenarbeit mit ihrem späteren Mann Otto Schamschula: eine gemeinsame ästhetische Welt, gemeinsame Ausstellungen in Europa und Asien, gemeinsame Auszeichnungen.“
Rainer Desens, Kunsthistoriker
Seit 1964
Gemeinsame Werkstatt
Beginn der gemeinsamen Arbeit mit Otto Schamschula.
1968 legte Gertrud Schamschula die Meisterprüfung ab.
Über viele Jahre entstanden Schmuck und Silbergerät in einer gemeinsamen Formensprache.

„Neue künstlerische Impulse bekam ihre Arbeit, als sie das Holz für sich entdeckten. Neue Bearbeitungstechniken wurden entwickelt, um das spröde Material zu perfekter Harmonie mit Edelmetall und Edelsteinen zu bringen. Eine neue Ästhetik entstand: unverkennbar Schamschula.“
Rainer Desens, Kunsthistoriker


Seit 1978
Edelhölzer in der gemeinsamen Arbeit
Seit 1978 bezogen Gertrud und Otto Schamschula Edelhölzer in ihre Gold- und Silberschmiedearbeiten ein. Gemeinsam entwickelten sie Bearbeitungstechniken, die Holz mit Edelmetall und Edelsteinen verbinden.
„Immer stärker setzte sie sich zum Ende des 20. Jahrhunderts mit der Veränderung des eigenen Formenkanons auseinander. Ihre Silberarbeiten sind weicher geworden, fließender. Formen, die in Beziehung zum umgebenden Raum gesetzt werden, gewannen an Bedeutung.“
Seit 1996
Eigene Werkstatt, Atelier und Galerie
Nach dem Tod von Otto Schamschula gründete Gertrud Schamschula 1996 eine eigene Werkstatt.
Seit 1998 wendet sie, angeregt durch Workshops bei Brian Clarke in Irland, neue Silberschmiedetechniken an.
Seit dem Umzug in neue Räume im Jahr 2000 gehört auch eine eigene Galerie zum Atelier.
Hier entstehen bis heute neue Schmuckstücke und Silbergerät.
2024: 60 Jahre Schmuck und Silbergerät von Gertrud Schamschula.

„Ihre Arbeiten spiegeln Klarheit und Formenstrenge, aber auch eine Leichtigkeit wider, wie sie bei ihr als Mensch und in ihrem lichtdurchfluteten Wohnatelier über den Dächern von Frankfurt zu finden sind. Dort kann sie Leben und Arbeiten miteinander verbinden, wie sie es sich bereits als Jugendliche gewünscht hatte.“ Christina Beyer
Auszeichnungen
1978 Bayerischer Staatspreis
1991 Grand Prix des Métiers d’Art
1993 Grand Prix des Métiers d’Art
Ankäufe
Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt am Main
Kestner Museum, Hannover
Ausstellungsbeteiligungen
1978 1. Triennale, Deutschland / England
1981 2. Triennale, Deutschland / Niederlande
1984 3. Triennale, Deutschland
1987 4. Triennale, Deutschland / Finnland
1988 Einzelausstellung mit Otto Schamschula im Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt
1989–1993 Japan Contemporary Craft, Tokyo
1991–1993 Grand Prix des Métiers d’Art, Lyon
1994 Schmuck und Gerät, Hanau – Erfurt
1995 11. Silbertriennale, Hanau und weitere Orte
1997 Zeitgenössische Gold- und Silberschmiedearbeiten
1998 12. Silbertriennale, Hanau und weitere Orte
1999 Kaffee, Tee, Zucker und Milch, Koblenz und weitere Orte
2007 15. Silbertriennale, Hanau und weitere Orte
2007 becher-paar-becher, Chemnitz
2007 RAL 7035 Plus, Kassel, Wiesbaden
2007 WertZeichen, Goldschmiedehaus Hanau
2008 Schalen der Lüste, ’s-Hertogenbosch, Hanau und weitere Orte
2010 Objects of Light, Danish Museum of Art & Design, Kopenhagen
2010 16. Silbertriennale, Hanau und weitere Orte
2011 recycling, Zilvermuseum Sterckshof, Antwerpen
2011 hochdosiert, Kunsthandwerk in Dosen, Deggendorf
2012 Silber Bewegt – Silver Moves, Grassi Museum, Leipzig
2013 Nordenfjeldske Kunstindustrimuseum, Trondheim
2014 Im Dialog mit der Natur, Schwäbisch Gmünd
2014 50 Jahre Atelier für Silberschmiedekunst
2015 kleine Schalen für große Genießer, Chemnitz
2015 just silver, Eunique, Karlsruhe
2018 favorites, Goldschmiedehaus Hanau
2024 60 Jahre Gold- und Silberschmiedekunst
